Das kleine Haus hinterm Deich: Scheiße und Schalldämpfer

Als ich letzte Woche auf dem Ochsenwerder Landscheideweg aus der Innenstadt kommend Richtung Kleines Haus hinterm Deich unterwegs war, stand auf meiner Fahrspur ein Tanklastwagen. Mit eingeschalteter Warnblinkanlage. Ich zog sportiv an ihm vorbei und las in eben jener sportlichen Vorbeifahrt das Wort "Grubenentleerung" auf der Flanke des orangefarbenen Koloss. Hinter dem außer Kraft gesetzten … Das kleine Haus hinterm Deich: Scheiße und Schalldämpfer weiterlesen

Das kleine Haus hinterm Deich: Fertrauen und Fermentation

"Schade, dass du zum Winter herziehst, da sind die Freuden des Landlebens nicht so offensichtlich. Im Sommer wissen wir alle, warum wir hier leben. Im Winter ist es oft hart." Anja heißt meine Nachbarin, deren Garten hinter dem alten Schuppen beginnt. Annegret die, deren Yorkshire Terrier mich jenseits des Zaunes jeden Morgen fröhlich bellend auf … Das kleine Haus hinterm Deich: Fertrauen und Fermentation weiterlesen

Short Cuts: Mosambik (Söldner #2), 2003

Sein Kopf ist schwer und der Pelz auf seiner Zunge schmeckt nach Erbrochenem. Eigentlich sollte der Söldner tot sein, sollte mit einem Loch im Schädel im Busch liegen. Eigentlich sollten sie ihm jetzt das Gold aus dem Gebiss brechen und seinen Körper aufschneiden, damit die Schakale ihn bald wittern. Eigentlich. Eigentlich sollte er froh sein. … Short Cuts: Mosambik (Söldner #2), 2003 weiterlesen

Liebe

Jab, Punch, Kick, Knie, Block - das sind klare Anweisungen, mit denen ich umgehen kann. Klare Anweisungen, die dafür sorgen, dass weder mein Trainer noch ich selbst verletzt werden, während wir aufeinander einschlagen und -treten. Ich mehr, er weniger. Das gebietet die Fairness. Seine Fairness. Manchmal missverstehen wir uns, da er solider Linksausleger ist, während … Liebe weiterlesen

Aushalten

Nein, ich muss gar nichts aushalten. Ich muss nicht aushalten, dass Frauen mehr von mir wollen, als ich geben kann. Ich muss nicht aushalten, dass eine dahergelaufene Club-Bekanntschaft The Weekend als den neuen heißen Scheiß verkaufen will. Und ich muss nicht aushalten, dass Menschen, die den Staat in dem ich geboren bin und lebe für … Aushalten weiterlesen

Punk is dead – long live Punk 1/2

Ich sitze zu Hause, zerdrücke einen Möhren-Spinat-Flohsamen-Puffer mit der Gabel und frage mich, wann ich damit aufgehört habe, "dagegen" zu sein. Es muss irgendwann zwischen Studium, Praktikum und erstem Job passiert sein. Wahrscheinlich war es sogar pünktlich mit dem ersten festen Job. Exakt zu dem Zeitpunkt, als ich die Arbeit als freier Autor für den … Punk is dead – long live Punk 1/2 weiterlesen

Short Cuts: Elfenbeinküste (Söldner #1), 2003

Die Wunde brennt wie Feuer. Warmes Blut rinnt in seinen linken Stiefel. Eigentlich sollte der Söldner tot sein. Er sollte im Busch verbluten, während die verdammten Kaffer schon damit beginnen, seinen Kopf zu schrumpfen. Er versucht aufzustehen, doch es gelingt ihm nicht. Seine Hose ist mit seinem und dem Blut der Rebellen getränkt. Die Trommeln … Short Cuts: Elfenbeinküste (Söldner #1), 2003 weiterlesen

Das versteh‘ ich nicht: Tomaten aus Neuseeland

Am Freitag war ich bei meinem Edeka. Mein Edeka ist eine kleine feine Lebensmittel-Apotheke auf der Papenhuder Straße in Hamburg-Uhlenhorst, einem etwas verschlafenen, aber sympathischen Stadtteil östlich der Alster. Die Papenhuder Straße ist eine beinahe dörflich anmutende Einkaufsstraße mit Modeboutiquen, Änderungsschneidereien, gleich zwei Blumenläden, einem hervorragenden Gemüse-Mann, einer gut sortierten Vinothek, einem anthroposophisch geprägten Spielwarenladen … Das versteh‘ ich nicht: Tomaten aus Neuseeland weiterlesen

Mein Land

Ich möchte keine Alternative für Deutschland. Ich möchte das Deutschland, in dem ich aufgewachsen bin, zurück. Das Deutschland, in dem das Leben eines jeden Menschen gleich viel Wert ist. Das Deutschland, in dem Ratio über Rage siegt. Das Deutschland, dessen Teil man wird, in dem man stillschweigend einwilligt, das Grundgesetz zu achten. Das Deutschland, in … Mein Land weiterlesen