Zugzwang: Jetzt auf Spotify und Amazon Music

Manchmal braucht es einfach Zeit. Nachdem ich 2016 mit Volker Sassenberg das Best-Of meiner Erlebnisse in und mit der Deutschen Bahn als Hörbuch eingesprochen hatte, hatte ich Zweifel. Die drei CDs waren (und sind) hervorragend produziert, klingen auf Kopfhörern, Boxen und im Auto ganz fantastisch. Ich konnte jedoch meine aufgenommene Stimme nur schwer ertragen und fing an mit den Texten zu hadern. Sind sie wirklich gut genug? Können andere das nicht viel besser? Habe ich sie gut genug eingelesen? Klingt meine Stimme wirklich so furchtbar? Und so weiter. Entsprechend zögerlich war ich mit der Promotion der Alben, die im selben Jahr bei Decision Products/ Sony Music erschienen sind. Wieder einmal stellte ich fest, dass ich gut darin bin, Werbung für andere zu machen, bei der Eigen-Promotion jedoch an meinen Selbstzweifeln scheitere. An meinen Selbstzweifeln und dem selbst auferlegten Gebot zum Understatement.

In den folgenden sechs Jahren habe ich nicht nur viel über mich gelernt. (Das bedeutet leider nicht, dass ich jetzt alles besser mache und Zweifel und Demut zum Teufel gejagt habe.) Ich habe auch viele Texte gelesen und Aufnahmen gehört, die von anderen Autoren fabriziert wurden. Und ich habe mir ihre Promotion-Aktivitäten angeschaut. Einige haben mich darin bestärkt, meine Understatement-Maxime aufrecht zu erhalten, da ich auch weiterhin nicht mit eigenen Leistungen prahlen möchte. Andere haben mir laut und deutlich gesagt: „Wenn die/der mit so viel Selbstbewusstsein mit ihren/seinen Sachen rausgeht, kann ich das ja wohl auch.“

Letzte Woche habe ich das Zugzwang-Manuskript wieder hervorgekramt. Ich spiele mit dem Gedanken, alle Texte als Buch zu veröffentlichen. Immerhin gibt es bislang ja „nur“ ein Best-Of als Hörbuch. In diesem Zug (haha) ist mir aufgefallen, dass die Hörtrilogie mittlerweile zum Streamen auf Spotify und Amazon erhältlich ist. Bislang war sie zwar auch digital käuflich zu erwerben, aber eben nicht im Rahmen eines Musikdienst-Abos zu genießen. Natürlich habe ich mir sofort alle drei Teile via Spotify im Auto angehört. Was soll ich sagen? Ich habe laut über die Texte gelacht, die ich inzwischen wieder vergessen hatte. Ich mochte meine Stimme und fand, dass ich mehr als passabel lese. Ich habe mich geärgert, dass ich 2016 zu wenig Abstand zum Produkt hatte, um es als das zu erkennen, was es ist. Ein richtig gutes, unterhaltsames Hörbuch. Eine außergewöhnliche Dokumentation meiner Hassliebe zur Deutschen Bahn. Eine fulminate Wortjonglage, die bestimmt vielen Menschen Freude bereiten würde, wenn sie ihrer Existenz wüssten.

Überzeuge dich gern selbst: Die Links gibt’s unter „Veröffentlichungen“, Spotify geh’s hier lang.

Ich hoffe, dass ich bei zukünftigen Büchern und Hörbüchern nicht wieder so lange brauche, um zu erkennen, dass ich gutes Zeug mache. Und ich überlege, jemand anderen mit der Promotion meiner Veröffentlichungen zu beauftragen. Das Trommeln für mich selbst liegt mir immer noch nicht so richtig.

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