Schreiben: Die große Verzettelung

Ich interessiere mich für zu viele Dinge. Dieser Wesenszug kommt mir auch beim Schreiben in die Quere. Jetzt gerade akut. Einerseits sollte ich an Frydgard arbeiten, um endlich die Erstfassung des Buches abzuschließen. Andererseits habe ich ganz viel positives Feedback auf „Das kleine Haus hinterm Deich“ bekommen. Also habe ich hochmotiviert damit begonnen, Geschichten für den zweiten Band zu entwickeln. Als wäre das nicht genug, habe ich den Fehler gemacht, mich durch mein Archiv zu wühlen. Dabei habe ich mein altes Reisetagebuch „Zugzwang“ wiederentdeckt. Und dann sind da noch die Ideen für die Kurzgeschichtensammlung und den TikTok-Adventskalender…

Ich hätte also gerade genug zu tun, um mit Schreiben mehr als einen Fulltime-Job zu bestreiten. Leider habe ich noch diesen Fulltime-Job, der die Miete zahlt. Es ist wirklich zum wahnsinnig werden. Die meisten Menschen schätzen an mir, dass ich fast alles spannend finde, das an mich herangetragen wird. Und tatsächlich kann ich mich für alle möglichen Themen begeistern. Daher ist auch mein Bücherregal inhaltlich extrem breit aufgestellt. Da geht’s von Fantasy über Sport und Politik bis hin zu Esoterik-Zeug, Jugendbüchern, Comics und Geschichte kunterbunt drunter und drüber. Genauso wie in meinem Kopf eben. Es nervt. Die einzige Chance, die ich sehe, zumindest die Hälfte der Dinge, die ich unbedingt machen möchte, fertig zu kriegen, ist, mir auch für meine Schreibzeit ein Ticketsystem einzurichten. Ich hasse Projektmanagement. Ich brauche dringend Projektmanagement.

Stephen King hat Recht, wenn er schreibt, dass man Texte zügig fertig machen und währenddessen nicht in andere Welten und Projekte abdriften soll. Allein es will mir nicht gelingen. Dafür gefallen mir die Sprachurlaube außerhalb des Fantasy-Landes viel zu gut. Das Themen-Hopping sorgt immerhin dafür, dass ich selten Gefahr laufe, irgendwo stecken zu bleiben. Die Kehrseite ist, dass ich mich verzettele. So wie jetzt gerade. Der einzige Ausweg aus dem Dilemma: Tasche packen und ab ins Boxstudio, um die Festplatte zu defragmentieren. Das mache ich jetzt auch. Und morgen gibt’s ein Schreib-Asana-Board.

2 Gedanken zu “Schreiben: Die große Verzettelung

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