80 km/h

Ich habe eine Tochter. Meine Tochter schreibt. Wenn ich ganz ehrlich bin schreibt sie besser als ich. Bunter. Lebhafter. Mitreissender. Ich bin ganz schön stolz und erleichtert-glücklich, dass sie meine Prosa ebenso mag, wie ich ihre. Schon länger haben wir überlegt, was wir gemeinsam schreiben könnten, haben einige Ideen entwickelt und wieder verworfen, beziehungsweise erst einmal auf Eis gelegt. Der Kauf eines alten VW Busses und eines Whiteboards haben im Lichte einer globalen Pandemie schließlich dazu geführt, dass eine Idee zu einem Vorhaben herangereift ist und heute nach solider redaktioneller Planungsphase und mehreren Stunden inspirierender gemeinsamer Arbeit das Licht der Welt erblickt. Wir haben entschlossen, gemeinsam einen Blog zu schreiben. Er heißt 80 km/h.

Die Idee wurde bereits im letzten Jahr geboren, als wir mit Fridolin, unserem 40 Jahre alten Bulli durch Skandinavien knatterten. Ein Reisetagebuch wollten wir schreiben, haben das aber, abgelenkt durch Wind, Wellen, Sonne und Abenteuer, erst immer wieder aufgeschoben und dann sein gelassen. Wenig bis gar keine Worte haben wir zu Papier gebracht, dafür aber umso mehr untereinander gewechselt. Das langsame Reisen mit eben 80 km/h hat dazu geführt, dass wir mehr Zeit zusammen verbracht haben, in der wir uns auseinandergesetzt haben. Mit uns und jeder für sich mit sich selbst. Zeit, die wir in einem regulären Urlaub mit offenen Grenzen und weltweitem Travel-Menu nicht gehabt hätten, wären wir an Flughäfen von Gate zu Gate gehetzt, um am Zielort durchprogrammierte Tage abzuarbeiten. Zeit, die nicht nur fröhlich, sondern auch mal schmerzhaft und traurig war. Zeit, die immer ein wenig abenteuerlich war, weil wenig geplant und alles den Launen der Wetter- und Dieselgötter unterworfen war. Wir haben Größe im Kleinen gefunden. Wir haben eine neue Welt entdeckt, die sich als aufregender und größer entpuppt hat, als die alte, grenzenlose. Wenn der Horizont näher heran rückt und nicht mehr „the sky“, sondern 80 km/h das Limit sind, wird der Weg wichtiger als das Ziel.

So veränderte sich auf dem Weg die ursprüngliche Idee vom „Reisetagebuch“ und wurde zu etwas, das mehr ist als das: Ein Blog, in dem wir darüber schreiben, was uns beim Langsamreisen bewegt, Inspiration und Tipps geben zu allem, was neben der schönsten Route wichtig ist, wenn man das Große im Kleinen sucht. Was das genau ist, das schreiben Eva-Lotte und ich ab jetzt auf 80km/h.de.

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